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Mauritius

Reisebericht La Reunion und Mauritius

TEIL I:  La Reunion

(aus Robins Sicht)

La Reunion ist, obwohl die Insel sehr klein ist (Durchmesser ungefähr Entfernung Ansbach-Nürnberg), sehr vielseitig und ein perfekter Spot für Outdooraktivitäten. Die hohen Berge, Täler, Wasserfälle und der bekannte und noch immer sehr aktive Vulkan (wie aktiv sollten wir noch mit eigenen Augen erleben), bilden eine unglaublich schöne Landschaft abseits der Küsten.

Deshalb wollten wir zu Fuß durch die Insel trekken und so oft es ging im Zelt übernachten (dabei handelt es sich um ein relativ leichtes zweipersonen Zelt von MSR, dass seine Widerstandsfähigkeit gegen Wind und Regen schon in Skandinavien unter beweis gestellt). Da wir auch Kocher und Outdooressen für eine gute Woche eingepackt hatten, waren wir erstmal völlig unabhängig. Ein Auto wäre da nur hinderlich gewesen. Also verließen wir uns nach unserer Ankunft erst einmal auf das Busnetz, was ausgesprochen gut geklappt hat. Sprachliche Differenzen (nur wenige der Einheimischen die wir getroffen haben sprachen Englisch) konnte Lisa das ein oder andere Mal geschickt per Zeichensprache überlisten und so konnten wir uns schließlich immer irgendwie durchschlagen. Angenehmerweise gehört die Insel, trotz der Lage neben Madagaskar, zu Frankreich und damit zu der EU. Das heißt:

Kein Geld wechseln und natürlich funktionieren auch die Handyverträge normal. 

Wir hatten 12 Tage auf Reunion und haben uns im vornherein eine Route von Norden Richtung Süden zusammengestellt, einfach um schon einmal einen ungefähren Plan zu haben. Möglichkeiten vor Ort noch etwas anzupassen hätten wir dann noch genug, dachten wir uns. Läuft man auf den gut ausgeschilderten Wanderwegen in Richtung Inselmitte, wird es zunehmend wilder und vor allem nehmen die Höhendifferenzen zu. Das der höchste Berg der Insel „Piton De Neiges“ die 3000er Marke toppt, (3069m)gibt eine ungefähre Vorstellung davon, wie sehr es auf der kleinen Insel hoch und runter gehen kann.

Nun zum praktischen Teil:

Nachdem unser Flieger vormittags gelandet war und wir uns im nächsten Outdoorladen der Stadt (Decathlon) mit einer Gaskartusche für unseren Kocher ausgerüstet hatten, nahmen wir auch schon den Bus zu unserem Startpunkt für die Tour. Eine Stunde vor Sonnenuntergang standen wir an unserem Tourenbeginn („Le Brule“ / ca. 900m). Einpaar Meter legten wir noch zurück, ehe wir das Zelt zum ersten mal im Wald, neben einer Art Camp, aufschlugen.

Am nächsten Morgen ging es früh los. Geplant war ein Aufstieg auf die nächstgelegene Hütte, laut Schildern eine Wanderung von 2 Stunden. Wie wir aber feststellen mussten machte uns unser Gewicht zu beginn mehr zu schaffen als wir dachten. Lisa, die zum ersten Mal mit so einem schweren Rucksack unterwegs war, hatte zwischen 13 und 15 Kg auf dem Rücken (wobei sie ihre Stöcke als sehr nützlich empfand, besonders bei den Auf- und Abstiegen).

Bei mir könnten es zwischen 17 und 19 kg gewesen sein. Alles in allem benötigten wir 3 Stunden um die Hütte (1839m) zu erreichen, wurden dabei aber mit unserem ersten Kontakt mit dem Regenwald auf der Insel belohnt. Auch der ein oder andere Ausblick über die Wälder war bereits drin. Aufgrund des plötzlich und stark einsetzenden Regens (wenn es hier mittags regnet, dann oft ziemlich heftig, und natürlich war aktuell auch Regenzeit), konnten wir unseren ersten Gipfelplan nicht durchführen („La Roche Ecrite“ (2275m). Von dort soll man einen unglaublichen Blick in eines der Täler im Inselinneren haben. Nach 10 Minuten laufen im strömenden Regen und mit nur einer Regenhose (irgendwas vergisst man irgendwie doch immer…), zogen wir uns wieder in die Hütte zurück. Aufgrund des schlechten Wetters hatten wir uns eigentlich schon dazu entschieden in der Hütte zu übernachten. Die Option, einfach weiter zum nächsten Etappenziel zu stapfen, wurde dann plötzlich wieder attraktiv, als wir den Zustand unseres Zimmers sahen. Da wir weder in einem der verschimmelten Räume bleiben wollten, noch unser Zelt irgendwo aufschlagen konnten, versuchten wir einfach unser Glück und hofften auf ein Nachlassen des Regens. Die Schilder prophezeiten uns ein Eintreffen in dem Dorf „Dos d ane“ (1046m) in ungefähr 2 Stunden und 45 Minuten. Es war noch nicht einmal 15 Uhr, also noch immer reichlich Zeit bis es Dunkel werden würde, denn die Sonne ging hier ungefähr gegen 19 Uhr ganz unter. Wir waren von Beginn an darauf gefasst wieder etwas länger zu brauchen, wie es schon beim Aufstieg der Fall war. Womit wir allerdings weniger gerechnet hatten waren die knappen 6 Stunden, die wir letztendlich gebraucht haben. Nachdem wir aus den Wolken und dem Wald raus kamen führte der Weg über einen relativ schmalen aber ungefährlichen Grat. Links und rechts von uns ging es steil hinunter und wir hatten eine wunderbare Aussicht auf die Berge, das Tal und gegen Ende auf das Dorf (Bild1/Bild2). Weniger wunderbar war unser letzter Teil des Abstieges. Der Weg führte uns durch immer dichter werdendes Gestrüpp, wobei wir uns für die letzte Stunde auf unsere Stirnlampen, als einzige Lichtquelle ,verlassen mussten. Endlich unten angekommen, natürlich völlig verstochen und mit müden Beinen, blieb uns nichts anderes übrig als den bereits schlafenden Besitzer eines Hostels herauszuklingeln, um uns ein Zimmer zu nehmen. Der, zugegeben, für die Uhrzeit unheimlich freundliche Mann, lies es sich nicht nehmen Lisa eine knappe Stunde mit den Besonderheiten des Hauses vertraut zu machen (ausschließlich auf Französisch, dass wir seine Sprache nicht gesprochen haben hat ihn dabei keinesfalls gestört). Als wir endlich fertig mit allem waren und im Bett lagen, glaube ich für uns beide zu sprechen, wenn ich sage, dass wir unsere Füße selten so gespürt haben, wie am Ende diesen ersten Tages.

Besser als erwartet kamen wir am nächsten Morgen aus den Betten. Trotzdem beschlossen wir einen ruhigen Tag einzulegen und uns ein weiteres Hostel für die Nacht zu nehmen (wir gaben nie viel Geld für unsere Unterkünfte aus, normalerweise findet man auf beiden Inseln überall Unterkünfte für unter 20€ wenn man mit „Booking.com“ und „Airbnb“ sucht). So kamen wir bei einem jungen Franzosen unter, der uns auch bei dem Regenhosenproblem half, indem er uns zu einpaar näheren Sportgeschäften fuhr. Unsere Tour wollten wir dann an einem anderen Punkt wieder aufnehmen. Mit dem Bus fuhren wir „Le Maido“ an (ca.2200m), einen bekannten Aussichtspunkt über das Tal im Landesinneren. Wir schlugen das Zelt auf und fingen am nächsten Morgen an runter ins Tal abzusteigen. Den gesamten Morgen begleitete uns ein mulmiges Gefühl wegen des Wetters, das für den Mittag extrem viel Regen gemeldet hatte. Das und dass wir nicht genau wussten wie anspruchsvoll so ein Abstieg hier sein würde, lies uns bereits vor 6 Uhr aufstehen um uns fertig zu machen. Doch wie schon beschrieben ist es hier sehr schwer genaue Wettervorhersagen zu machen und es war letztendlich halb so wild… tatsächlich schien den ganzen Tag ununterbrochen die Sonne. Oben hatten wir am Morgen noch einen schönen Sonnenaufgang während (Bild 03) bevor es bergab ging. Auf dem Bild kann man Teile der kleinen Taldörfer sehen. Sie sind lediglich durch die Wanderwege verbunden und werden mit Hubschraubern beliefert, da es sonst keine Straßen o.a. gibt. Angekommen in „Roche de Platte“ (1152m) durften wir unser Zelt für läppische 5€ auf dem Zeltplatz neben einer kleinen Hütte aufschlagen (Gruß an die Isländer die jedes Mal pro Mann 20€ verlangen / Bild 04). Die nächsten zwei Tage liefen wir durch das Tal, passierten dabei Flüsse, kleinere Schluchten und zu Lisas immenser Freude große Spinnen in riesigen Netzen. Übernachtet haben wir nach einem weiteren Tag voller laufen in „Marla“ (1600m), das kleine Dorf welches man auf „Bild 03“ ganz im Hintergrund schwach erkennen kann… zugegeben nur mit etwas Fantasie. Bild 05 zeigt den Blick zurück auf Marla, nach dem verlassen des Tales.

Jetzt ging es nach Cialos (ca. 1200m), der mit größten Stadt im Inneren der Insel. Nachdem wir eine Nacht in einer kleinen und günstigen Ferienwohnung verbracht haben stiegen wir sofort zum nächsten Ziel auf. Dem „Piton de Neiges“ (3069m). Schon beim Aufstieg zur Hütte kamen wir in Nebel und Wolken. Der Klassiker ist hier eine Übernachtung auf der 2479m hoch gelegenen Hütte, bevor es weiter zum Gipfel geht. Da dieser nur noch knappe 2 Stunden entfernt ist, kann man versuchen früh zu starten und den Sonnenaufgang auf dem Dach der Insel mit zu erleben. So in der Theorie… Praktisch wütete ein starker Wind mit ordentlich Regen als am nächsten Tag gegen 3 Uhr Morgens unser Wecker ging. Wir warteten noch einwenig, stiegen dann aber gegen 6 Uhr auf zum Gipfel. Letztendlich war es eher ein Aufstieg für die Statistik. Gesehen haben wir dank der Wolken nie etwas und auch der Regen und der Wind machten zuverlässig weiter. Am Gipfel hielten wir uns keine ganze Minute auf, so unangenehm wurde es. Das wir oben garnichts sehen konnten war besonders für mich schwer zu akzeptieren. An schönen Tagen hat man 360 Grad Sicht über die ganze Insel, bis zur Küste und dieses Highlight war eigentlich fest eingeplant. Bei Lisas Enttäuschung schwankte einwenig Freude über den bezwungenen 3000er mit, aber ich war für den Tag bedient.

Damit endet unsere Tal und Gipfel Tour und wir kommen zu einem echten Urlaubshighlight. Pünktlich zu unserer Ankunft wurde der Vulkan im Osten der Insel wieder aktiv und brach aus. Das ist auf der Insel nichts allzu ungewöhnliches. Der „Piton de la Fournaise“ (2632m) bricht durchschnittlich mehrmals im Jahr aus. Der ursprüngliche Plan war eigentlich durch die Vulkanlandschaft und auf den Krater zu wandern… Naja, das ging dann halt nicht mehr.

Wir beschlossen also spontan ein Auto für die letzten 3 Tage zu mieten. Die Straße führt so nah am Vulkan vorbei, dass man an manchen Stellen einen guten Blick auf den Krater hat und man sagte uns, dass man nachts den Ausbruch beobachten könne. Also schlugen wir unser Zelt an einem Platz nah an der Straße auf und fuhren sobald es Dunkel wurde zurück an die Plätze, die man uns empfohlen hatte. Wir merkten sehr bald, dass es sich gelohnt hatte. Viele Autos waren unterwegs und hielten spontan am Seitenstreifen an um Fotos von dem roten Leuchten in der Ferne zu machen. Wir reihten uns ein und verbrachten zwei Nächte damit den Vulkan zu zusehen wie er vor sich hin flackerte. Zu sagen wie weit die Distanz war ist sehr schwierig. Ein Mann hatte etwas von ungefähr 3km Luftlinie geredet… aber wir wissen es nicht genau (Bild 07). Während also unsere letzten Nächte ausgebucht waren, verbrachten wir die verbliebenen Tage mit Tagestouren zu zwei Wasserfällen. Auch diese sind unglaublich schön und da wir nie viel Gesellschaft hatten, waren es entspannte Ausflüge, mit leichtem Gepäck.

TEIL II: Mauritius

(aus Lisas Sicht)

Nun ging es mit einem kurzen Flug von La Reunion nach Mauritius. Obwohl Mauritius bekannt für Luxusurlaube und Flitterwochen ist, wir allerdings weder viel Geld hatten noch heiraten wollten, waren wir neugierig, die Insel mit ihren wunderschönen Landschaften und unzählbar vielen Kulturen kennen zu lernen. Wir starteten unsere Tour am bekanntesten Hotspot für Touristen. Entlang der Halbinsel Le Morne, im Südosten, drängen sich Luxusresorts mit riesigen Golfplatzanlagen aneinander. Wir buchten uns für wenig Geld eine Ferienwohnung im Nachbarort La Gaulette. Ohne Probleme trempten wir drei Tage in der Umgebung umher. Selten ignorierten uns Autofahrer, wenn wir den Daumen raus streckten. Somit besuchten wir den berühmten Kitestrand bei Le Morne, schnorchelten im Riff und holten uns Eis vom Eiswagen an der Straße, der Jingle Bells in Dauerschleife spielte (Im Februar!!!). Doch ganz ohne Sport geht es bei uns nicht. Als wir hörten, dass wir den gleichnamigen Berg der Halbinsel hinaufklettern konnten, waren wir Feuer und Flamme. Obwohl wir vormittags schon auf dem Weg zum berühmten Sklavenberg waren, brannten unsere Hände beim Festhalten an den aufgeheizten Steinen, genauso wie die Sonne auf unseren Köpfen. Doch jeder Schweißtropfen sollte sich lohnen: Die Aussicht über das Riff und die Insel war atemberaubend schön (Bild 10). Am selben Tag beschlossen wir noch ein weiteres Highlight in der Umgebung anzuschauen. Im selben Eck der Insel befindet sich der Black River Georges National Park. Über das kleine Örtchen Chamarel, bekommen wir gegen Bezahlung Zutritt zum Park. Leider sind die Sehenswürdigkeiten nur mit dem Auto erreichbar, weshalb wir uns von einem freundlichen britischen Ehepaar mitnehmen ließen. Der erste Stopp an einem Wasserfall scheint alle Menschen zu begeistern….Uns leider nicht. Der „Chamarel-Wasserfall“ liegt mindestens 200m Luftlinie von der Aussichtsplattform entfernt und bietet kein Naturerlebnis. Man kann weder hinlaufen, noch den Wasserfall hören und teilt sich den Moment mit duzenden Touristen, die Selfies von sich machen möchten. Da unsere britische Begleitung ebenfalls nicht wirklich begeistert war, fuhren wir sofort zum nächsten Highlight des Parks. Die Siebenfarbige Erde wird in allen Reiseführern als Must-See angepriesen und soll ein wunderschöner Fleck Erde sein, der in unterschiedlichen Farben leuchtet (Bild 11). Die eingezäunten Hügel in verschiedenen Brauntönen luden viele ein sich in den direkt danebenstehenden Häusern überteuerte Souvenirs zu kaufen und direkt neben der Farbenpracht zusammengedrängt Kaffee zu trinken. Wir hielten uns nach einem Seitenblick auf die Erden am Gehege der 115 Jahre alten Schildkröten auf, welche nicht glücklich wirkten. Auf dem Rückweg waren wir zwar froh den Ort gesehen zu haben, allerdings von dem Ansturm und Massentourismus nach unserer einsamen Zeit auf La Reunion total geflasht. Doch trotzdem beschlossen wir uns mutig weiter in den Trubel zu stürzen und mit dem Bus in die Hauptstadt zu fahren, als unsere Zeit im Südosten zu Ende war. Wir liefen die Straße Richtung Norden entlang und warteten auf den nächsten vorbeifahrenden Bus, der uns nach Port Louis bringen sollte. Auf Mauritius fahren überall Busse umher. Es gibt allerdings keine festen Buszeiten. Die bunten und sehr alten Busse, fahren wo, wann und wie sie wollen. Das Ticket kostete uns pro Fahrt zwischen 0,60 und 3 Euro. Aus diesem Grund nutzen wir die Busse sehr gerne. Eine super Lösung günstig über die Insel zu kommen und gleichzeitig viel zu sehen.

            In Port Louis angekommen lagerten wir unser Gepäck in der Unterkunft und besichtigten direkt die Stadt. Port Louis ist ein wahrer Kulturenclash. Von streng Muslimischen Gebieten, über China Town bis hin zu Hindutempeln. In Port Louis findet man alles. Der Charakter der Stadt ist stark indisch geprägt. Die Autos stinken und hupen, es sind viele Menschen unterwegs und eine drückende Hitze liegt über der Stadt. Robin und Ich flüchteten zur Waterfront, einem schönen Einkaufszetrum am Hafen, mit leckerem Essen, hübschen Boutiquen und einem Craft Market. Wir waren fast schon ein bisschen erschrocken darüber, dass uns der touristische Teil der Stadt am besten gefiel. Doch obwohl Port Louis eine laute und sehr anstrengende Stadt sein kann, zeigt sie auf engstem Raum am besten welche Kulturen Mauritius zu bieten hat. Es ist eine Stadt, die man wohl gesehen haben muss, um Mauritius kennenzulernen (Bild 12). Sie hat in jedem Stadtteil eine schöne Kirche, einen bunten Tempel oder eine prachtvolle Moschee stehen und keinem scheint dies etwas auszumachen. Es ist egal ob die Leute Kopftücher, Burkas, Hotpants oder Saris tragen. Hier scheint jeder die Lebensweise des anderen zu akzeptieren. Die Menschen hier scheinen alle Zeit der Welt zu haben. Fragen wir nach dem nächsten Bus zu unserem Hostel, werden wir direkt hingebracht und uns wird genau erklärt wann wir wo aussteigen müssen. Die Menschen in den Essensbuden oder in Geschäften unterhalten sich gerne mit uns und mir scheint es, als ob die Leute sehr stolz auf ihr einfaches, aber doch schönes Leben auf Mauritius sind.

Nicht nur in Port Louis, auch in den darauffolgenden Spots, die wir besucht haben schienen alle Einwohner einfach zufrieden und glücklich mit ihrem Leben zu sein.

Nach ein paar Tagen in Port Louis waren wir allerdings auch ein bisschen froh das Großstadtrevier der Insel verlassen zu können und wieder zu den gemütlichen Küstenorten zurückzukehren. Wir nahmen den nächsten Bus Richtung Norden und stiegen in Grand Baie wieder aus. Die „Große Bucht“ von Mauritius erinnert an die Côte d‘Azur in Frankreich. Blaues Wasser, weißer Strand und viele kleine Boote, zu denen die Fischer erst schwimmen müssen, um überhaupt losfahren zu können. Bootsstege gibt es hier nämlich nicht (Bild 13). Den ersten Tag verbrachten wir damit unser AirBnB zu finden, was sich schwerer herausstellte als gedacht. Viele Straßen hier haben nämlich keine Namen und unser Gastgeber entschied sich einfach für einen schönen Straßennamen, der allerdings zur anderen Seite der Stadt gehörte. Da wie oben schon erwähnt die Menschen hier sehr freundlich sind und Zeit haben, wurden wir kurzerhand abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. Diese lag dann sogar ziemlich zentral und somit war auch der Strand innerhalb von 10 min, per Fuß, erreichbar. Hier luden viele kleine Geschäfte, Restaurants und Straßenhändler zum Bummeln an der Küste ein. Als wir unsere Runden im warmen Wasser des Indischen Ozeans geschwommen waren, beschlossen wir uns auf die Suche nach unserem Grund für den Stopp in Grand Baie zu machen. Ein paar 100 Meter weiter vom öffentlichen Strand, betraten wir ein kleines Tauchsportgeschäft, auf welches wir im Internet gestoßen waren. Die „Sunset Diving School“ hat die Besonderheit Tauchgänge, auch für nicht erfahrene Taucher, zu bieten. Die sogenannten First-Dives liefern einen ersten Einblick in die Unterwasserwelt, ohne dass man direkt einen Tauchschein machen muss, was für uns ideal war. Wir meldeten uns also an und saßen knapp 18h später mit 10 weiteren Personen auf einem kleinen Schlauchboot. Während sich die erfahrenen Taucher außerhalb der Bucht vom Boot ins Wasser plumpsen ließen, bekamen wir einen Crash Kurs fürs Tauchen. Nachdem unser Coach uns alles erklärt hatte, durften auch wir ins Wasser. Unser erster Tauchgang erlaubte uns auf 6m hinunter zu tauchen und Übungen zu absolvieren. Wir fanden uns direkt in einem Fischschwarm voller bunter Fische wieder, die unsere Hände, Füße und auch meine Backen beknabberten. Nachdem die Fische bemerkten, dass wir nichts Essbares waren, konnten wir mit unseren Übungen beginnen. Die Taucherbrille mit Wasser füllen und unter Wasser entleeren, den Sauerstoffschlauch säubern und die Luftweste so füllen, dass wir alleine durch unsere Atmung unsere Höhe im Wasser regulieren konnten. Als wir wieder an die Oberfläche tauchten, kam gerade unser Boot um die Ecke, um uns zu einem Korallenriff zu bringen, bei welchem wir bis zu 12m hinunter konnten. Als wir dort hinab tauchten, warf ich ab und zu einen Blick nach oben und versuchte trotz der Massen an Wasser über mir ruhig zu bleiben. Als wir unten am Riff angekommen waren, blieb uns nichts anderes übrig, als zu staunen. Die verschiedensten Korallen wiegten sachte im Wasser hin und her, die buntesten Fische kreuzten unsere Wege und auch ein paar andere Taucher winkten uns zu. Ich hatte immer wieder im Hinterkopf, während wir uns durch die Korallen schlängelten, dass dieses Paradies so lange nicht mehr existieren wird und war in diesem Moment sehr dankbar, es mit eigenen Augen noch sehen zu können. Unser Coach hatte uns auf dem Boot berichtet, dass das Korallenriff immer weiter schrumpft. Vor allem in den letzten 10 Jahren habe man diese Entwicklung beobachten können. Nach 35 min unter Wasser begannen wir langsam wieder aufzutauchen. An einer Boje war ein Seil befestigt, welches bis zum Grund reichte. An diesem zogen wir uns langsam aber sicher nach oben. Nachdem wir alle Taucher wieder eingesammelt hatten, fuhren wir zurück in die Bucht. Den Nachmittag verbrachten wir damit, uns in die Sonne zu legen, Eis zu essen und die ausgelassene Stimmung in der Stadt zu genießen.

An unserem letzten Tag im Norden der Insel, besuchten wir eine Kirche direkt am Strand. Das Brautmodengeschäft neben dran schloss darauf, dass Mauritius nicht nur für Flitterwochen, sondern auch zum Durchbrennen sehr beliebt sein muss. Zugegeben, das Flair der einfachen, aber wunderschönen Kirche, der weiße Strand direkt daneben und das herrliche Wetter, lassen einen schnell ins Schwärmen kommen. Wir blieben eine Weile, um uns die Kirche anzuschauen und die Aussicht am Strand zu genießen, die einen direkten Blick auf die unbewohnten kleinen Inseln vor Mauritius bot. (Bild 14)

Nun hieß es für uns wieder Bus fahren. Mit dem Mauritius Express durchquerten wir in mehreren Stunden die gesamte Insel. Unsere letzten drei Tage wollten wir im Osten verbringen, denn die Sonnenaufgänge am Strand dort sind ein beliebtes Naturschauspiel. Wir fanden in der Nähe der Stadt Mahébourg ein kleines B&B im Örtchen Pointe d’Esny. Direkt hinter der Terrasse begannen der Strand und das Meer mit einem ebenfalls atemberaubenden Korallenriff, in welchen wir stundenlang schnorchelten. Die Familie nahm uns freundlich in ihrem Haus auf und wir verbrachten unsere Zeit am Strand, fuhren mit dem Fahrrad in die Stadt oder unterhielten uns mit anderen Gästen beim gemeinsamen Essen am großen Wohnzimmertisch. Unser Morgen begann in diesen Tagen früh, da wir schon um 5 Uhr, in Decken eingewickelt, am Strand saßen und auf den Sonnenaufgang warteten (Bild 15). Doch das frühe Aufstehen war es wert. Der Strand war zwar schon von den ein oder anderen Touristen gefüllt, doch das rauschende Meer, die Ruhe und die langsam kommende Wärme waren sehr entspannend. Am 12.03. hieß es für uns: Sachen packen und Abschied nehmen. Von der Insel und dann am Flughafen von einander. Mein nächstes Ziel war London. Dort verbrachte ich 5 Tage mit Freundinnen und Robin machte sich über Istanbul auf den Weg nach Hause.

Zwei Inseln, zwei völlig unterschiedliche Lebensweisen und Kulturen. Die Menschen allerdings haben eines gemeinsam. Sie lieben ihr Leben auf den Inseln und zeigen das sehr gerne. Die gute Laune, das meistens tolle Wetter und die unglaublichen Panoramaaussichten waren die weite Reise wert. Beide Arten die Inseln zu bereisen, ob mit Zelt und zu Fuß oder Per Bus und in Unterkünften, hatten jeweils ihren Reiz und haben perfekt zu den Inseln gepasst. Am Ende passte einfach alles zusammen.

cof
Lisa

Name: Lisa
Alter: 18
Beschäftigung: Student
Hobbys: Turnen, Schwimmen, Bouldern, Klavierspielen

Robin
Robin

Name: Robin
Alter: 23
Beschäftigung: Student
Hobbys: Tennis, Bouldern, Trekking, Bergsteigen

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