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Weltkarte

Mutter – Tochter Radtour

 

…von Ansbach nach Passau und zurück

14.08.-27.08.2019

Meine Idee:

Ich schnappe mir meine Tochter, 4 Jahre, mein Fahrrad, Anhänger, Zelt, Schlafsack, Isomatten, Klamotten und wir fahren zusammen von Ansbach nach Passau.

Offen ist, ob ich es körperlich gut schaffe, ob meine Tochter zwei Wochen so viel im Fahrradanhänger sein möchte, ob die vielen Ortswechsel, und das Unterwegs sein stressig oder bereichernd ist.

Meine Vorbereitung bestand darin, die Ausrüstung vorzubereiten und mir im Abstand von ca. 30-40 km Übernachtungsmöglichkeiten, hauptsächlich Campingplätze, auf der Route zu suchen. Zur Vorbereitung gehörte für mich auch, mich von meiner Idee zwar leiten zu lassen, jedoch bei zu großer Anstrengung, oder durch Hinweise meiner Tochter, dass es zu viel für sie ist, bereit zu sein, von meinem Plan abzuweichen.

An Ausrüstung hatte ich dabei:

  • mein nagelneues Zelt von Vaude, Mark L 3P,

vielen Dank für die gute Beratung an Mountain Sports! Es hat mir sehr gute Dienste geleistet, vor allem war ich sehr froh über das schnelle Aufstellen, welches am Hatzenhofener Campingplatz, 3. Nacht, aufgrund der vielen Schnaken Gold wert war

  • 2 Sommerschlafsäcke, einen No-Name und einen Dream Lite von Deuter

wobei mir der Dream Lite ein paar Nächte sogar etwas zu kühl war, hätte ich nicht gedacht, die ersten Tage waren aber auch sehr regnerisch; ansonsten top, gibt es auch bei Mountain Sports

  • 2 Isomatten, Therm-a-Rest,

eine einfache Standardausführung für meine Tochter, eine LuxuryMap, ich liebe sie, sie ist zwar echt ziemlich sperrig, jedoch schlafe ich auf ihr hervorragend, das ist es mir alle Mal wert!

  • Regenverdeck vorne, Original Croozer Kid for 2 und Regenschutz hinten,

von Croozer gibt es nur einen Regenverdeck für vorne, jedoch regnet es grundsätzlich auch hinten in den „Kofferraum“ hinein, hier war ich dann kreativ und schnitt einen guten Regenponcho auf und klemmte ihn an der Oberseite mit dessen Mütze und an der Seite mit dem Originalregenverdeck ein. Es war schon etwas „Gefummel“, jedoch hielt es sehr gut trocken

  • zwei Packtaschen Ortlieb, Back-Roller Classic gefüllt mit
  • Klamotten

hier setzte ich auf Wolle-Seide, Icepeak zum Fahren, kann ich sehr empfehlen, es hätte sogar ein Satz gereicht, da sie durch das Auslüften die zwei Wochen ausgehalten hätten,

Regenklamotten, die Regenjacke von Montura erstand ich auch kurz vorher bei Mountain Sports, ich bin sehr froh, dass ich sie mir gegönnt habe, sie hat mir beste Dienste geleistet, auch nach der Fahrradtour für den Weg zum KiGa, ca. 5 km, ist sie optimal; die Regenhose von Regatta ließ immer wieder mal Feuchtigkeit an den Hosentaschen durch

Teva-Sandalen, das waren meine Fahrradschuhe, ich trug sie auch bei Regen, ich empfand sie als sehr angenehm, für mich war es nicht zu kalt

sonstige Zivilklamotten für mich und meine Tochter

  • Badetüchter, sehr dünne Baumwolltücher, die Wasserpuppe, ein Kinderbuch, Stifte, Notizbuch, Kopflampen, Pflaster, Desinfektionsspray, Fahrradkarten, Handy mit Aufladegerät, Hygieneartikel
  • etwas Gemüse und Obst, Salz, Essig, Öl, eine Edelstahltupper, dicht, kein Plastik, sehr schick, was will man mehr? Taschenmesser, 2 Löffel und 2 Gabeln, 1 Tasse, ca. 3 Liter Wasser

Mit dem Gewicht der Packtaschen, des Anhängers, der kompletten Ausrüstung und meiner Tochter kam ich auf ca. 60 kg, die ich zwei Wochen zog. Vielen Dank an meine Oberschenkel!

Meine Route:

  • Tag 1: Ansbach – Wassertrüdingen, Flussschwimmbad Wörnitz; 47 km
  • Tag 2: Wassertrüdingen – Wemding, Waldseecamping; 29 km
  • Tag 3: Wemding – Hatzenhofen, Campingplatz; 56 km
  • Tag 4: Hatzenhofen – Oberhaunstadt, Ingolstadt; 25 km und 21 km mit dem Zug
  • Tag 5: Ausruhtag am Auwaldsee; 13 km
  • Tag 6: Oberhaunstadt – Gadham, Landshut; hier: Ingolstadt – Moosburg; 59 km mit dem Zug, dann 54 km Fahrradfahren
  • Tag 7: Ausruhtag
  • Tag 8: Gadham – Mammingerschwaigen, Seehaus; 32 km
  • Tag 9: Mammingerschwaigen – Deggendorf, Fischerdorf; 50 km
  • Tag 10: Deggendorf – Vilshofen
  • Tag 11: Ausruhtag, Wildparkausflug; 8 km
  • Tag 12: Vilshofen – Passau, Salzweg 33 km
  • Tag 13: Ausruhtag, Schifffahrt
  • Tag 14: Heimreise nach Ansbach 9 km mit dem Rad, Rest mit dem Zug

Gesamt waren es somit 406,3 km mit dem Rad, die reine Fahrtzeit betrug 30 ¾ Stunden, es gab nur einen platten Reifen.

Gewisse Highlights, Besonderheiten, Resümee:

Strecke:

Meine Planung zu Beginn umfasste die ersten 9 Tage, dies aus dem Grund, da ich nicht wusste, wie schnell und wie weit wir vorankommen. Dies hat sich als richtig herausgestellt, die anderen weiteren Campingplätze fanden sich gut per Internet. Ich hatte mir zwei Fahrradkarten gekauft und fuhr oft nach diesen, am angenehmsten war es jedoch, als ich an der Isar und an der Donau, den Schildern des Radweges folgen konnte. Google Maps übers Handy war fast immer eine Katastrophe, da es uns oft über Schotter- und Waldwege führte.

Die Strecke allgemein war „über Land“ teilweise auch hügelig, wenn es steilere Berge gab und diese geschottert waren, kam ich sehr sehr langsam voran. Einmal schob uns ein beherzter Mann ohne große Worte einfach den Berg mithinauf – vielen Dank dafür! – ohne ihn hätte ich hier schieben müssen. An zwei Steigungen, nach Gadham und nach Salzweg hoch, kann ich mich sehr gut erinnern, denn hier musste ich all meine Kraft einsetzen, wir fuhren mit einer Geschwindigkeit von 4 km/h. Und dies über einige 100 Meter. Dies waren die körperlich anstrengendsten Momente, nach welchen ich mich, am Ziel angekommen, fast übergeben musste. Das Glück und der Stolz, es geschafft zu haben, überwog jedoch allemal.

Verpflegung:

Wir verpflegten uns jeden Tag einmal mit Eis oder Kuchen, ansonsten suchten wir wenn möglich einen Bioladen und kauften uns hier Obst und Gemüse. Wir aßen sehr viel Rohkost, bei unseren Stopps bei meinem Bruder und den Freundinnen bekamen wir auch leckere warme Mahlzeiten.

Unterkünfte:

Wir verbrachten insgesamt 6 Nächte unter Dach, zwei in Ingolstadt bei meinem Bruder, zwei bei einer Freundin in Gadham und die letzten zwei am Ziel in Salzweg. Die anderen Nächte schliefen wir auf Campingplätzen. Diese waren sehr unterschiedlich schön und groß, wir kamen überall gut zu Recht damit. Am schönsten war es am Seehaus in Mamming und in Vilshofen für uns. Es waren nette Betreiber, die sehr auf ihren Campingplatz achten, ebenso war die Stimmung angenehm.

Begegnungen:

Es gab viele schöne Begegnungen, Menschen die uns halfen, so zum Beispiel beim Reifen flicken, beim Handyaufladen, beim Wegfinden. Zwei Männer begleiteten uns sogar ein Stück beim Radfahren. Viele Menschen waren interessiert, was wir denn da machen. Wie, einfach mit dem Fahrrad in den Urlaub fahren? Ohne E-Bike? Ohne Mann? Im Zelt schlafen? Hatten wir keine Angst davor? Ja, einige die wir trafen, waren auch sehr besorgt. Meine Tochter fragte mich aufgrund der Reaktionen, ob wir überhaupt mit dem Fahrrad in den Urlaub fahren dürfen. Diese Angst vor dem Unbekannten steckt in Manchen ganz schön fest. Insgesamt war es aber unglaublich schön, so viel Hilfe und nette Gespräche erleben zu dürfen.

Meine Tochter und ich:

Ich schrieb in mein Notizbuch stets den Tag aus Sicht meiner Tochter, so gut ich das für sie konnte, und den Tag aus meiner Sicht.

Meine Tochter beobachtete ich während der Fahrtzeit in ihrem Anhänger als extrem ausgeglichen und zufrieden. Sie sang, spielte mit ihrer Puppe und den später dazu geschenkten kleinen Ponnys, mit Blüten vom Wegesrand etc. oder schlief eine Runde. Nach einigen Tagen las sie mir „Oh wie schön ist Panama“ sozusagen auswendig vor, da dies das einzige Gute-Nacht-Buch war, welches sie jeden Abend vorgelesen bekam. Das war eines der Highlights der Reise für mich. Immer wieder, an Strecken zwischen Feldern oder an Fahrradwegen ein Stück weg von der Straße wollte meine Tochter aus dem Anhänger raus und schob uns ein Stück. Sie merkte anscheinend, dass ihre überschüssige Energie ausgelebt werden wollte. Während der anderen Zeit, der Nicht-Fahr-Zeit, war es ebenso wichtig, dass meine Tochter die Möglichkeit hatte, genau diese Energie auszuleben. Daher waren wir an vielen Spielplätzen und Bademöglichkeiten. Es gab auch einige Meinungsverschiedenheiten, die vielen Orts- und Schlafwechsel, die vielen Eindrücke mussten verdaut werden. Da musste ich als Mutter dann da sein, Grenzen setzen, mich auch mal überreden lassen, auf eine gute Versorgung, was Essen, Spielmöglichkeiten und Ruhe angeht, achten. Interessant war auch, dass sich meine Tochter, sobald sie in einem bekannten Terrain oder bekannte Menschen um sie waren, sich sehr schnell zurückzog, bzw. an die anderen Familienmitglieder/Freunde wandte. Dies war für mich ein Zeichen, dass sie auch immer wieder Mama-freie-Zeit benötigte. Sie war unglaublich kreativ in ihrem Spiel, schlüpfte in viele Rollen, zeigte mir, wann es zu viel war. Wir hatten echt eine tolle Zeit miteinander. Ich konnte meine Tochter viel erleben, was im Alltag immer wieder zu kurz kommt.

Für meinen Teil war die Fahrradtour körperlich optimal. Es war teilweise sehr anstrengend, genau das fand ich gut. Ich mochte das viele draußen sein, die Bewegung, die Eindrücke. Erfahren durfte ich, dass ich die Fahrtzeit gut für mich und meine Gedanken nutzen konnte, da meine Tochter sehr zufrieden im Anhänger saß, das tat gut. Meine Gedanken kreisten um die praktischen Dinge wie Essensbeschaffung, Wegfinden, Übernachtungsplatz finden, etc. Ich bin froh, dass ich für weitere innere Gedanken ebenso Zeit auf der Tour hatte. So lernte ich z.B., dass ich mir gut verzeihen konnte, wenn ich mich mit der Strecke übernommen hatte, falsch fuhr oder zu ungeduldig mit Paula und mir war. In der Geschwindigkeit meiner Tochter und mir unterwegs sein zu können, tat unglaublich gut. Wir hatten jeden Tag ein Ziel vor Augen, konnten uns jedoch zeitlich an unsere Bedürfnisse anpassen. Für mich optimale Bedingungen für einen Urlaub.

 

 

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Nicole
Name: Nicole
Alter: 34
Beschäftigung: selbständige Buchhalterin
Hobbys: Fahrradfahren, Garten werkeln und kochen

zwei Wochen Island

Skaftafell) und das Ende (Laugavegur) der Tour zu gehen. Am 15.08.2018 ging es endlich los. Wir stiegen in den Zug und in die U-Bahn, welche uns zum Flughafen brachte. Um 23 Uhr startete schließlich der Flieger nach Island und wir kamen dann auch 3.5 Stunden nach Abflug an. Nach der Landung nahmen wir den ersten Bus, der uns vom Flughafen in die Busstation von Reykjavik brachte. Dort verbrachten wir die erste Nacht in Island. Nach rund 4 Stunden Schlaf auf einer „Sitzbank“, fuhren mein Bruder und ich endlich mit dem Bus nach Skaftafell, der Anfang unserer Tour. Mit gut 25 Kilo pro Rücken liefen wir von der Skaftafell-Tuoristen-Station los. Das Wetter meinte es gut mit uns, was die Laune positiv beeinflusste. Nach ein paar Stunden fanden wir schließlich einen passenden Zeltplatz, mit einem eindrucksvollen Ausblick auf den Gletscher. Da noch reichlich Zeit war, machten wir uns auf den Weg zum Gipfel Kristinartindar (leider in einer Wolke versteckt). Unser Gepäck ließen wir unten stehen und da wir relativ spät aufbrachen hatten wir die Natur für uns alleine. Nach rund 1.5 Stunden war der Gipfel bestiegen. Nach einem schnellen Abstieg und einem Travellunch (Unser Hauptessen für die nächsten Tage) ging es dann schließlich ins Zelt zum schlafen. Um 7:00 Uhr waren wir am nächsten Tag aufbruchbereit. Von hier aus wollten wir dann Skaftafell durchqueren und bis zum Skeiðarárjökull (eine Gletscher-Zunge) laufen. Es ging Anfangs zügig voran. Nachdem wir gut eine Stunde, in Richtung des Touristen Camps, abgestiegen waren, mussten wir eine größere Fläche aus schwarzem Sand/Gestein queren. Bis hierher waren die Wege perfekt ausgetreten und man hatte leichtes Spiel. Ab hier ging aber dann das rumirren los. Der gut ausgetretene Weg war auf einmal weg, sodass die Sucherei anfing, bis wir schließlich wieder auf mehrere Wege trafen. Wir waren wohl nicht die Einzigen, die sich hier bereits verlaufen hatten. Mehrere Wege die quer durchs Gebüsch gingen, hörten plötzlich auf und tauchten an anderen Stellen wieder auf. So kam es dass mein Bruder und ich die eine oder andere Stunde damit verbrachten, den richtigen Weg zu finden, und es wurde zu einer körperlichen Herausforderung. Vor allem der Rucksack machte die Sache deutlich schwerer. Als wir endlich über dem Gestrüpp waren, erkannten wir, dass wir falsch gelaufen waren, und mussten umkehren. Schließlich konnten wir den richtigen Weg ausmachen und waren damit dann auch richtig. Allerdings war einiges an Zeit vergangen und es wurde langsam spät. Wir waren ziemlich fertig und so setzten wir uns erstmal hin und berieten wie wir am besten weitermachen. Wir standen vor mehreren Problemen. Zum Einen hatten wir nur ein kurzes Zeitfenster für die Gletscher, denn der Wetterbericht hatte in den kommenden Tagen regen gemeldet und wir wollten nur bei gutem Wetter queren, zum Anderen war uns auch bewusst, dass der Weg bis zum Gletscher noch mehrere Stunden dauern könnte, hauptsächlich über einen längeren Gebirgsgrat. Also beschlossen wir umzukehren und unten unser Zelt aufzuschlagen. So planten wir zwei statt drei Wochen auf Island zu verbringen. Die nächsten zwei Tage wollten wir also noch in Skaftafell verbringen, eine Woche auf dem „Laugavegur“, dem bekanntesten Trekkingweg Islands  und ungefähr 2.5 Tage in Reykjavik. Unten angekommen schlugen wir schließlich unser Zelt auf – 20 Uhr. Der Plan des nächsten Tages war es sich die Natur Skaftafells anzusehen, und dann zurück zur Skaftafell-Touristen-Station zu gehen. Nachdem wir ein gutes Stück durch die Gegend gewandert sind, machten wir uns auch wieder auf den Rückweg zur Skaftafell-Touristen-Station. Da der Tag letztendlich anstrengender war als wir mal wieder dachten, wollten wir mal einen Ruhetag einlegen und uns Jökulsárlón ansehen, eine Gletscherlagune. Von unserem Camp aus, dauerte die Fahrt mit dem Bus ungefähr 45 Minuten. Da sich der Schauplatz an der Ringstraße befindet, könnt man sich vorstellen, dass sich auch dementsprechend viele Leute an diesem Platz aufhalten. Im nachhinein können wir wohl sagen, den ersten Teil unserer Tour unterschätzt zu haben. Mit dem Bus ging es dann von Skaftafell, nach Skogar. Dort befand sich der Start der zweiten Etappe. Ursprünglich beginnt der Weg Laugavegur erst ab Basar, aber wir entschieden uns dazu den Weg bei Skógar zu beginnen. Ein Zeltplatz pro Nacht kostet 2000 Kronen. Das entspricht rund 16 Euro. Die Hütten 6000 – 9000 Kronen. Deshalb war eine Hüttenübernachtung keine Option. Am Anfang des Weges befindet sich ein gewaltiger Wasserfall, auch er zieht viele Besucher der Insel an. Das am Anfang noch gute Wetter verschlechterte sich schnell, was den Ausblick ziemlich schmälerte, aber dennoch eine interessante Atmosphäre erzeugte. Als es anfing heftig zu regnen, waren wir plötzlich nicht mehr so begeistert und wollten so schnell wie möglich das Camp erreichen. Mit Regen und Nässe muss man in Island rechnen. Die Wege (gut ausgetreten) von Camp zu Camp sind nicht all zu lang. Im Durchschnitt vielleicht 17 Kilometer. Mal mehr mal weniger. Nach 4-5 Stunden kamen wir jedenfalls am ersten Camp an. Wir waren dankbar, dass uns der Hüttenwart erlaubte unsere durchnässten Sachen in der Hütte aufzuhängen und uns zu wärmen ohne etwas zahlen zu müssen. Auf allen kommenden Zeltplätzen war es nur gestattet in die Hütten zu gehen wenn man für eine Übernachtung gezahlt hatte… für uns also nie. Es stürmte bereits relativ stark und die Temperaturen lagen auch unter 10 Grad. Die Hütte lag auf rund 1000 Metern. Als mein Bruder auf einmal beschloss, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre um das Zelt aufzubauen, war ich froh, dass ich gerade dabei war das Essen zu kochen. Mit Essen kochen mein ich, dass ich Wasser mit unserem Kocher erhitzt habe und es dann in unsere Travellunch geschüttet hatte. Nach einer frischen Nacht und einem kalten Morgen ging es in den bewölkten Tag. Abwechselnd über Stein- und Eisfelder ging es über eine schöne Hochebene. Links von uns wäre eigentlich der Vulkan, welcher 2007 den europäischen Flugverkehr lahm gelegt hat, aber aufgrund der schlechten Sicht war er nicht zu sehen. Nach einer Weile ging es langsam aber sicher Berg ab und verließen so die Hochebene. Das Wetter wurde mit der Zeit besser. Nach einem entspannten Tag kamen wir an den wohl schönsten Campingplatz der Tour. Das Auenland 2.0 wie wir es nennen. Nach einem schönen Abend mit reichlich Sonne ging es schließlich zu Bett. Der nächste Morgen erlaubte endlich einen Blick auf den Vulkan. Mit gutem Wetter und dem Wissen, dass der Abend nicht mehr so gemütlich sein wird, brachen wir dann auch schon bald auf. Es ging größten Teils flach daher. Die ersten Regenwolken kamen mit der Zeit auf, was aber auch eine schöne Wirkung hatte und uns schöne Ausblicke bescherte. Eine Stunde vor dem Camp traf uns dann der Regen. Durchnässt erreichten wir das nächste Camp und schlugen das Zelt auf. Der Abend brachte noch ein paar Sonnenstrahlen. Nach einer kühlen Nacht setzten wir die Tour fort. Einer der schönsten Wege meiner Meinung nach. Nach zwei kleinen Flussquerungen ging die kürzeste Tagesetappe zu Ende. Der letzte Tag des Weges begann mit gutem Wetter. Wir beschlossen einen Campingplatz zu überspringen und gleich weiter bis zum Ende der Tour zu gehen. In der Nacht sollte es sehr frisch werden und da die vorletzte Hütte die höchste war, übernachteten wir dort lieber nicht. Nach etwa 2 Stunden kamen wir in das Gebiet Landmannalaugar. Auf dem Trail trafen wir bis jetzt relativ viele Menschen. Das war aber nichts im Vergleich dazu, was hier los war. Da Landmannalaugar direkt mit dem Bus erreichbar und sehr populär ist, trifft man hier besonders viele Touristen. Wer also die Natur alleine genießen möchte sollte dieses Gebiet meiden. Der Campingplatz am Landmannalaugar war der bisher größte des Trails. Unser Plan war zwei Nächte dort zu verbringen. Der nächste Tag bestand also darin, sich noch mal das Gebiet genauer anzusehen. Außerdem kann ich die heißen Quellen, die sich direkt am Campingplatz befinden, sehr empfehlen. Diese sind kostenlos. Vom Landmannalaugar aus ging es dann mit dem Bus zurück nach Reykjavik, wo wir die letzten 2.5 Tage verbrachten. Die Sehnwürdigkeiten kann man innerhalb eines Tages ansehen, wenn man schnell ist. Da wir noch einiges an Zeit hatten bis unser Flug ging, waren wir in der Stadt ausschließlich zu Fuß unterwegs. Zum Zeitvertreib betrogen wir die Boulder Hall Burgoberbach mit der Boulder Hall Reykjavik und schlenderten durch die Einkaufszentren der Stadt. Nach 3 Tagen auf dem Campingplatz in Reykjavik nahmen wir den Flug nachhause.
Blog_Adrian
Max

Name: Adrian Widder
Alter: 19
Beschäftigung: Schüler
Hobbys: Klettern, Bouldern, Bergsteigen, Trekking

Jubiläumsgrat by Fair-Means

Am Freitagabend sind wir von der Kreuzeck-Talstation, bewaffnet mit unseren Stirnlampen, per Mountainbike Richtung Hochalm aufgebrochen. Anschließend ging es zu Fuß weiter über den Osterfelderkopf ins Höllental. Das nächtliche Biwak verbrachten wir dann auf der Terrasse der Höllentalangerhütte – unter Aufsicht einiger neugieriger und hungriger Mäuse.
Der nächste Tag begann, ohne Frühstück, mit dem Aufstieg über den Ferner und Klettersteig zum Zugspitzgipfel. Dort mischten wir uns kurz unter die vielen Touristen, stärkten uns, füllten unsere Wasservorräte auf… und dann ging es los – der Jubi-Grat!
Im ersten Abschnitt fanden sich noch einige Schneepassagen, welche ohne Steigeisen zu bewältigen waren. Bei tollem Wetter wurde die Auf- und Ab-„Kraxelei“ am Grat ein absoluter Genuss. Um 17.30Uhr am Höllentalgrathütterl (Biwak) angekommen, bereiteten wir uns die lang ersehnte warme Mahlzeit zu. Zum Glück befand sich auf der Nordseite des Grates ein kleines Schneefeld – perfekt um Schnee zu schmelzen und den geringen Wasserproviant aufzufüllen.
Nach einer erholsamen Nacht führte der weitere, abwechslungsreiche Weg, über die Grießkarscharte zum Alpspitzgipfel. Der landschaftliche schöne und durch Tunnel führende Nordwandsteig brachte uns zurück zur Hochalm und den Bike´s. Im rasanten Tempo ging es auf Singletrails Richtung Tal.
Glücklich über eine gelungene Tour mit vielen Eindrücken im Gepäck fuhren wir dann nach Hause.

Team_Thomas
Max
Team_Andreas
Andreas

MTB Tour Ötztal

Der Stuibentrail, eine Laufveranstaltung bei Umhausen im Ötztal hat mich mit seinen moderaten 33 Kilometern Länge dazu bewegt teilzunehmen. Das sommerlich warme Wetter und die Idee by fair means anzureisen führten dazu diese Tour mit dem MTB durchzuführen. So wurde am Donnerstagvormittag von Ansbach aus gestartet. Die Reise führte über den Altmühlsee durchs Altmühltal bis nach Treuchtlingen. Von dort ging es danach nach Monheim und Donauwörth wo sich Lech und Donau treffen. Von nun an folgte man dem Lech Radweg über Augsburg nach Landsberg am Lech. Das Teilstück vor Landsberg ist mit seinen Single Trails eines der schönsten. Hier in den Lech Auen hat sich auch nach 173 km eine günstige Übernachtungsmöglichkeit gefunden. So konnte man in Landsberg am nächsten Morgen gemütlich frühstücken. Der Freitag wurde durch die noch bevorstehenden 190 km zermürbend. Von Landsberg folgte man der romantischen Straße nach Schongau und Peiting. Anschließend radelte man auf dem Ammer-Amper Weg nach Oberammergau und weiter nach Ettal und Oberau. Von dort folgte man der Loisach nach Garmisch. Jetzt starteten die harten Anstiege. Zuerst nach Mittenwald und von dort hinauf nach Leutasch. Was rauf geht, geht auch wieder runter und so kommt man bei Telfs im Inntal heraus. Dem Inn aufwärts folgend radelte man nach Ötztal Bahnhof von wo aus es dann ins gleichnamige Tal ging. Schließlich war es nur noch ein kurzes Stück der Ötztaler Ache entlang bis nach Umhausen. Dort wartete schon der Campingplatz. Der nächste Tag startete sehr früh, da der Lauf bereits um 7 Uhr begann. Die Anstrengungen der Tage zuvor waren noch leicht bemerkbar, doch die Sicht auf den Stuibenwasserfall, die schmalen Höhenwege und der Kuchen an den zahlreichen Verpflegungsstationen ließen das alles vergessen. Nach knapp 5 ½ Stunden war alles wieder vorbei und man genoss die Zeit im Zielbereich bei Kuchen und Eis. Am Sonntag war erst mal ausschlafen angesagt und gemütliches Zusammenpacken der Ausrüstung. Kurz vor Mittag begann dann der Heimweg. Dieser führte das Ötztal hinab und den Inn weiter hinauf nach Imst. Das erst kürzlich geöffnete Hahntenjoch bot sich alternative Route an. So gelangte man weiter ins Lechtal und konnte dem Lech bis nach Lechleiten folgen. Was wäre eine Bikepacking Tour ohne Schiebe- bzw. Tragestrecke? Der Schrofenpass lieferte hier die nötige Abwechslung. Dort oben in der Einsamkeit lässt es sich auch hervorragend biwakieren und so zeigte der Kilometerstand an diesem Tag nur 103 km an. Auf der Höhe angekommen geht es von nun an nur noch bergab. Und ab Oberstdorf beginnt der Iller Radweg, so ziemlich 160 km bis zur Mündung in die Donau. In den Iller Auen konnte man auch wieder ein geeignetes Plätzchen zum Übernachten finden. Die letzte Etappe führte über Ulm an der Donau entlang nach Donauwörth und von dort über die bekannte Route durchs Altmühltal wieder nach Ansbach. Dies war mit 200 km auch abschließend die längste Etappe.
Luksch
Dominik Luksch

Dominik Luksch ist seit Kindertagen in Ansbach zu Hause. Im alltäglichen Leben arbeitet er als Bauingenieur im Bereich Wasserver- und entsorgung. Auch abseits der Arbeit spielt Wasser für ihn eine große Rolle, so zB. bei der Freiwilligen Feuerwehr Ansbach und im Langdistanz-Triathlon. Seine weitere Freizeitgestaltung reicht vom einfachen Hindernis-Rennen bis hin zum mehrtägigen Adventure-Race oder auch Abenteuer-Urlaub. Sei es in Franken oder am anderen Ende der Welt. Sein Lieblingszitat: „Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt Leben reisen ist“ (Jean Paul, Das Kampaner Tal, 1797)

Bergsteigen in Fels und Eis

Am ersten von insgesamt vier Tagen im Pitztal sind wir zum Taschachhaus aufgestiegen. Bei einer gemütlichen abendlichen Runde haben wir unsere Teamkollegen ein bisschen besser kennen gelernt und besprochen, was die nächsten Tage auf uns zukommt.

Der zweite Tag hat ein wenig nebelig begonnen, ist dann jedoch von Minute zu Minute freundlicher geworden. Wir haben den ganzen Tag auf dem Taschachferner verbracht und viel Theorie über das Bergsteigen in Schnee und Eis besprochen und auch angewandt. Standplätze bauen, richtiger Umgang mit Pickel und Steigeisen, Knotenkunde und Abfangen von Stürzen und vieles mehr.

Für den nächsten Tag standen die Wetterverhältnisse mehr als perfekt, so haben wir, begleitet von anderen Bergsteigern, die Sexergertenspitze in Angriff genommen. Bei einem Blick auf die Wildspitze und umliegenden Bergketten entstehen dann schon wieder Pläne für das nächste Jahr.

Den letzten Tag haben wir dann noch einmal entspannt angehen lassen und sind wieder zurück auf den Taschachferner und haben uns mit der Spaltenbergung befasst.

Ein besonderes Schmankerl war die topp Verpflegung am Taschachhaus. Ich habe in noch keiner Hütte so gut „diniert“. Suppe, Salatbuffet, Schweinebraten mit Semmelknödel und Blaukraut und zum Abschluss auch noch Germknödel gefüllt mit Schokolade. Was will man mehr?

Max
Max

Name: Max
Alter: 22
Beschäftigung: Student
Hobbys: Bergsteigen, Mountainbiken, Klettersteig, Ski fahren, Skitouren

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