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Beitrag

zwei Wochen Island

15.08.2018 – 29.08.2018

Anmerkung: Ursprünglich war eine Tour in einer Länge von 3 Wochen, ohne weitere Busfahrt, durch die Natur Süd-Islands geplant, aber aufgrund von mehreren Ereignissen (mehr dazu aber dann im Bericht) haben wir (mein Bruder und ich) beschlossen die Tour auf 2 Wochen zu verkürzen. So nahmen wir uns vor, nur den Anfang (Skaftafell) und das Ende (Laugavegur) der Tour zu gehen.

Am 15.08.2018 ging es endlich los. Wir stiegen in den Zug und in die U-Bahn, welche uns zum Flughafen brachte. Um 23 Uhr startete schließlich der Flieger nach Island und wir kamen dann auch 3.5 Stunden nach Abflug an. Nach der Landung nahmen wir den ersten Bus, der uns vom Flughafen in die Busstation von Reykjavik brachte. Dort verbrachten wir die erste Nacht in Island. Nach rund 4 Stunden Schlaf auf einer „Sitzbank“, fuhren mein Bruder und ich endlich mit dem Bus nach Skaftafell, der Anfang unserer Tour.

Mit gut 25 Kilo pro Rücken liefen wir von der Skaftafell-Tuoristen-Station los. Das Wetter meinte es gut mit uns, was die Laune positiv beeinflusste. Nach ein paar Stunden fanden wir schließlich einen passenden Zeltplatz, mit einem eindrucksvollen Ausblick auf den Gletscher. Da noch reichlich Zeit war, machten wir uns auf den Weg zum Gipfel Kristinartindar (leider in einer Wolke versteckt). Unser Gepäck ließen wir unten stehen und da wir relativ spät aufbrachen hatten wir die Natur für uns alleine. Nach rund 1.5 Stunden war der Gipfel bestiegen. Nach einem schnellen Abstieg und einem Travellunch (Unser Hauptessen für die nächsten Tage) ging es dann schließlich ins Zelt zum schlafen. Um 7:00 Uhr waren wir am nächsten Tag aufbruchbereit. Von hier aus wollten wir dann Skaftafell durchqueren und bis zum Skeiðarárjökull (eine Gletscher-Zunge) laufen. Es ging Anfangs zügig voran. Nachdem wir gut eine Stunde, in Richtung des Touristen Camps, abgestiegen waren, mussten wir eine größere Fläche aus schwarzem Sand/Gestein queren. Bis hierher waren die Wege perfekt ausgetreten und man hatte leichtes Spiel. Ab hier ging aber dann das rumirren los. Der gut ausgetretene Weg war auf einmal weg, sodass die Sucherei anfing, bis wir schließlich wieder auf mehrere Wege trafen. Wir waren wohl nicht die Einzigen, die sich hier bereits verlaufen hatten. Mehrere Wege die quer durchs Gebüsch gingen, hörten plötzlich auf und tauchten an anderen Stellen wieder auf. So kam es dass mein Bruder und ich die eine oder andere Stunde damit verbrachten, den richtigen Weg zu finden, und es wurde zu einer körperlichen Herausforderung. Vor allem der Rucksack machte die Sache deutlich schwerer. Als wir endlich über dem Gestrüpp waren, erkannten wir, dass wir falsch gelaufen waren, und mussten umkehren. Schließlich konnten wir den richtigen Weg ausmachen und waren damit dann auch richtig. Allerdings war einiges an Zeit vergangen und es wurde langsam spät. Wir waren ziemlich fertig und so setzten wir uns erstmal hin und berieten wie wir am besten weitermachen. Wir standen vor mehreren Problemen. Zum Einen hatten wir nur ein kurzes Zeitfenster für die Gletscher, denn der Wetterbericht hatte in den kommenden Tagen regen gemeldet und wir wollten nur bei gutem Wetter queren, zum Anderen war uns auch bewusst, dass der Weg bis zum Gletscher noch mehrere Stunden dauern könnte, hauptsächlich über einen längeren Gebirgsgrat. Also beschlossen wir umzukehren und unten unser Zelt aufzuschlagen. So planten wir zwei statt drei Wochen auf Island zu verbringen.

Die nächsten zwei Tage wollten wir also noch in Skaftafell verbringen, eine Woche auf dem „Laugavegur“, dem bekanntesten Trekkingweg Islands  und ungefähr 2.5 Tage in Reykjavik. Unten angekommen schlugen wir schließlich unser Zelt auf – 20 Uhr. Der Plan des nächsten Tages war es sich die Natur Skaftafells anzusehen, und dann zurück zur Skaftafell-Touristen-Station zu gehen. Nachdem wir ein gutes Stück durch die Gegend gewandert sind, machten wir uns auch wieder auf den Rückweg zur Skaftafell-Touristen-Station. Da der Tag letztendlich anstrengender war als wir mal wieder dachten, wollten wir mal einen Ruhetag einlegen und uns Jökulsárlón ansehen, eine Gletscherlagune. Von unserem Camp aus, dauerte die Fahrt mit dem Bus ungefähr 45 Minuten. Da sich der Schauplatz an der Ringstraße befindet, könnt man sich vorstellen, dass sich auch dementsprechend viele Leute an diesem Platz aufhalten.

Im nachhinein können wir wohl sagen, den ersten Teil unserer Tour unterschätzt zu haben. Mit dem Bus ging es dann von Skaftafell, nach Skogar. Dort befand sich der Start der zweiten Etappe. Ursprünglich beginnt der Weg Laugavegur erst ab Basar, aber wir entschieden uns dazu den Weg bei Skógar zu beginnen. Ein Zeltplatz pro Nacht kostet 2000 Kronen. Das entspricht rund 16 Euro. Die Hütten 6000 – 9000 Kronen. Deshalb war eine Hüttenübernachtung keine Option. Am Anfang des Weges befindet sich ein gewaltiger Wasserfall, auch er zieht viele Besucher der Insel an. Das am Anfang noch gute Wetter verschlechterte sich schnell, was den Ausblick ziemlich schmälerte, aber dennoch eine interessante Atmosphäre erzeugte. Als es anfing heftig zu regnen, waren wir plötzlich nicht mehr so begeistert und wollten so schnell wie möglich das Camp erreichen. Mit Regen und Nässe muss man in Island rechnen. Die Wege (gut ausgetreten) von Camp zu Camp sind nicht all zu lang. Im Durchschnitt vielleicht 17 Kilometer. Mal mehr mal weniger. Nach 4-5 Stunden kamen wir jedenfalls am ersten Camp an. Wir waren dankbar, dass uns der Hüttenwart erlaubte unsere durchnässten Sachen in der Hütte aufzuhängen und uns zu wärmen ohne etwas zahlen zu müssen. Auf allen kommenden Zeltplätzen war es nur gestattet in die Hütten zu gehen wenn man für eine Übernachtung gezahlt hatte… für uns also nie. Es stürmte bereits relativ stark und die Temperaturen lagen auch unter 10 Grad. Die Hütte lag auf rund 1000 Metern. Als mein Bruder auf einmal beschloss, dass jetzt der richtige Zeitpunkt wäre um das Zelt aufzubauen, war ich froh, dass ich gerade dabei war das Essen zu kochen. Mit Essen kochen mein ich, dass ich Wasser mit unserem Kocher erhitzt habe und es dann in unsere Travellunch geschüttet hatte. Nach einer frischen Nacht und einem kalten Morgen ging es in den bewölkten Tag. Abwechselnd über Stein- und Eisfelder ging es über eine schöne Hochebene. Links von uns wäre eigentlich der Vulkan, welcher 2007 den europäischen Flugverkehr lahm gelegt hat, aber aufgrund der schlechten Sicht war er nicht zu sehen. Nach einer Weile ging es langsam aber sicher Berg ab und verließen so die Hochebene. Das Wetter wurde mit der Zeit besser. Nach einem entspannten Tag kamen wir an den wohl schönsten Campingplatz der Tour. Das Auenland 2.0 wie wir es nennen. Nach einem schönen Abend mit reichlich Sonne ging es schließlich zu Bett. Der nächste Morgen erlaubte endlich einen Blick auf den Vulkan. Mit gutem Wetter und dem Wissen, dass der Abend nicht mehr so gemütlich sein wird, brachen wir dann auch schon bald auf. Es ging größten Teils flach daher. Die ersten Regenwolken kamen mit der Zeit auf, was aber auch eine schöne Wirkung hatte und uns schöne Ausblicke bescherte. Eine Stunde vor dem Camp traf uns dann der Regen. Durchnässt erreichten wir das nächste Camp und schlugen das Zelt auf. Der Abend brachte noch ein paar Sonnenstrahlen.

Nach einer kühlen Nacht setzten wir die Tour fort. Einer der schönsten Wege meiner Meinung nach. Nach zwei kleinen Flussquerungen ging die kürzeste Tagesetappe zu Ende. Der letzte Tag des Weges begann mit gutem Wetter. Wir beschlossen einen Campingplatz zu überspringen und gleich weiter bis zum Ende der Tour zu gehen. In der Nacht sollte es sehr frisch werden und da die vorletzte Hütte die höchste war, übernachteten wir dort lieber nicht. Nach etwa 2 Stunden kamen wir in das Gebiet Landmannalaugar. Auf dem Trail trafen wir bis jetzt relativ viele Menschen. Das war aber nichts im Vergleich dazu, was hier los war. Da Landmannalaugar direkt mit dem Bus erreichbar und sehr populär ist, trifft man hier besonders viele Touristen. Wer also die Natur alleine genießen möchte sollte dieses Gebiet meiden. Der Campingplatz am Landmannalaugar war der bisher größte des Trails. Unser Plan war zwei Nächte dort zu verbringen. Der nächste Tag bestand also darin, sich noch mal das Gebiet genauer anzusehen. Außerdem kann ich die heißen Quellen, die sich direkt am Campingplatz befinden, sehr empfehlen. Diese sind kostenlos. Vom Landmannalaugar aus ging es dann mit dem Bus zurück nach Reykjavik, wo wir die letzten 2.5 Tage verbrachten. Die Sehnwürdigkeiten kann man innerhalb eines Tages ansehen, wenn man schnell ist. Da wir noch einiges an Zeit hatten bis unser Flug ging, waren wir in der Stadt ausschließlich zu Fuß unterwegs. Zum Zeitvertreib betrogen wir die Boulder Hall Burgoberbach mit der Boulder Hall Reykjavik und schlenderten durch die Einkaufszentren der Stadt. Nach 3 Tagen auf dem Campingplatz in Reykjavik nahmen wir den Flug nachhause.

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Adrian

Name: Adrian Widder
Alter: 19
Beschäftigung: Schüler
Hobbys: Klettern, Bouldern, Bergsteigen, Trekking

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